Web Brutalism: Zurück in die 90er!

Web Brutalism - der neue Webdesign Trend

(Screenshot: tilde.town setzt auf Web Brutalism)

Rückblickend sind wir doch eigentlich froh, dass sich in puncto Webdesign seit den 90er Jahren viel getan hat!

Wer sich noch daran erinnern kann, wie Webseiten von Unternehmen wie T-Online oder Ebay kurz vor der Jahrtausendwende aussahen, wird wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Schön ist was anderes 😉

Doch genau diesem Stil widmet Pascal Deville seine Seite brutalistwebsites.com und zeigt, dass es auch heute noch möglich ist, fernab von responsive Design, mobile first und den neuesten Trends erfolgreiche Websites zu betreiben. Beispielsweise ist craigslist immer noch eins der beliebtesten und erfolgreichsten Web-Portale weltweit, obwohl das Design der Website wohl eher vor 20 Jahren modern war. Heute verzeichnet craigslist um die 50 Milliarden (!) Aufrufe pro Monat.

Auch die Bloomberg Businessweek Features Webseite verursacht wahrscheinlich bei den meisten Webdesignern und anderen Kreativen erst einmal einen mittelschweren Migräneanfall: www.bloomberg.com/features/2016-yahoo/

Web Brutalism pur: Die Website der Bloomberg Businessweek Design 2016

(Screenshot: Bloomberg Businessweek Design 2016)

Von den Urhebern dieser robust und einfach wirkenden Webseiten erfährt Deville in seinen Interviews, dass diese sich mit dem sogenannten Brutalism Design vor allem von der breiten Masse moderner Webseiten abheben wollen. Außerdem sei HTML immer noch einer der einfachsten und verständlichsten Codes, der eigentlich nur einen Computer und einen Internetzugang voraussetzt.
Und tatsächlich: So sahen auch unsere ersten Gehversuche mit HTML im Informatikunterricht Ende der 90er Jahre aus!

Pascal Deville zeigt Webseiten im Brutalist Design.

(Screenshot: brutalistwebsites.com von Pascal Deville)

Der Web Brutalism ist also eher als eine Art Kunststil anzusehen, bei dem jegliche Regeln des modernen Webdesigns außer Acht gelassen werden. Die eigene HTML-Webseite wird zum kreativen Ausdrucksmittel, ohne dabei Standards wie mobile friendliness zu berücksichtigen oder gar optimierte Templates mit Spielereien wie Transitions und anderen Effekten zu nutzen.

Und wer jetzt seine Erinnerungen an Webseiten der 90er und 2000er Jahre auffrischen möchte, kann das übrigens bei den Online Marketing Rockstars tun!

😉



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